Cluj (Klausenburg)


Klausenburg ist mehr als nur die Stadt, die Bochum die Nokia-Arbeitsplätze weggenommen hat: Traditionsreiche Universitätsstadt. Alte k. u. k.-Stadt. Multikulti-Stadt. Ungarn, Rumänen, Deutsche leben hier einträchtig zusammen. Und obwohl deutsche TV-Reportagen in Zusammenhang mit der Nokia-Berichterstattung nur zahnlose Omas auf matschigen Äckern wenige Kilometer von Klausenburg entfernt zeigten, verströmt die Stadt selbst mit ihren barocken und neoklassizistischen Fassaden auf dem Marktplatz, den Straßencafés in der Fußgängerzone, den schicken Boutiquen gemütlich-freundliches Flair.

 

 

Sightseeing:

 

Alles Sehenswerte konzentriert sich in der Altstadt so dicht beieinander, dass man den Rundgang problemlos zu Fuß machen kann.

 

Das Herz der Stadt schlägt an der Piata Unirii (Platz der Einheit). Die mächtige Michaelskirche (14.-16. Jh.) mit gotischen, barocken, neugotischen Elementen beherrscht den Platz mit seinen stattlichen Wohnhäusern aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie. Davor steht das Reiterstandbild des ungarischen Königs rumänischer Abstammung, Matthias Corvinus. Der Platz ist gesäumt von Boutiquen, Banken, Cafés.

 

An der Piata Unirii befindet sich auch das barocke Banffy-Palais, 1774-1785 vom deutschen Baumeister Johann Blaumann für die ungarische Adelsfamilie Banffy erbaut. Es beherbergt heute das Kunstmuseum mit rumänischer Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts, Ikonen und Möbel. (Piata Unirii Nr. 30)

 

Von dort aus geht man über die Straße Strada Iuliu Maniu zur sehenswerten Orthodoxen Kathedrale, die man schon von weitem auf der linken Seite sieht. Das schneeweiße Gotteshaus wurde 1923-33 im altrumänischen Brancoveanu-Stil mit byzantinischen Elementen erbaut. Das großzügige Innere ist schön mit Fresken ausgeschmückt. Gegenüber der Kathedrale steht das repräsentative Gebäude des Nationaltheaters und der rumänischen Oper, 1906 erbaut.

 

Ebenfalls vom Hauptplatz, der Piata Unirii aus, geht es über die Strada Matei Corvin zum im gotischen Stil erbauten Geburtshaus von Matthias Corvinus, dem bedeutendsten König der Ungarn. Heute ist darin die Kunsthochschule untergebracht. Das Haus steht in der hübschen Fußgängerzone. Nur einen Steinwurf davon entfernt, auf einem kleinen ruhigen Platz (der Piata Muzeului), befindet sich das Dominikanerkloster (1428 erbaut), dessen Architektur den Übergang von der Gotik zur Renaissance zeigt.

 

 

Ausgeh-Tipps:

 

Diesel Club: Café, Bar, Lounge. Tagsüber sitzt man schön am zentralen Platz der Altstadt in der Sonne, abends nimmt man seinen Drink im schicken Inneren mit den goldfarbenen Wänden und dem schönen Leuchter.

 

infoAdresse: Piata Unirii Nr. 17

 

Restaurant Casa Ardeleana: Der Eingang wirkt abschreckend, denn das Restaurant befindet sich in einem hässlichen Shopping-Center. Aber das Lokal selbst ist mit Holzmöbeln und viel rustikal-rumänischem Klimbim eingerichtet. Das rumänische Essen ist lecker und reichlich. Einziges Manko: Die live spielenden Folkloretruppen könnten für meinen Geschmack etwas leiser musizieren.

 

infoAdresse: Bulevardul 21. Decembrie 1989 Nr. 5

 

Le General: Tolle Studentenkneipe im Zentrum, in der 1. Etage eines schönen Altbaus gelegen. Hohe Decken, alte Böden, Kachelofen, Bartheke. Gute Musik, gute Atmosphäre.

 

infoAdresse: Bulevardul Eroilor Nr. 18